»Hört .«
»Fürchtet nichts«, wiederholte er.
Er griff nach seinem Degen und glitt sodann hinter Angélique die Stiege hinunter. Sie bemerkten den wie von einem Blitz niedergeschmetterten Körper des hugenottischen Patriarchen, der mit dem Gesicht nach unten auf dem hartgetretenen Boden lag. Sein Schädel war gespalten, in seinem wirren Haar öffnete sich eine rote, klaffende Wunde.
Valentin stand am Tisch und schüttete mit zurückgebogenem Kopf einen Krug Wein in sich hinein. Die Axt lehnte neben ihm. Sein grauer Rock war über und über mit Blut bespritzt. Seine Augen waren die eines Irren.
Er entdeckte Angélique und stellte den Krug mit befriedigtem Grunzen auf den Tisch zurück.
»Man muß immer gegen Drachen kämpfen, wenn man die Prinzessin erobern will«, sagte er mit unsicherer Stimme. »Der Drache ist gekommen, ich habe ihn umgebracht ... Das wäre erledigt. Habe ich dich jetzt verdient?«
Er kam taumelnd auf sie zu, trunken vom Wein, vom gewaltsam vergossenen Blut, von seinen hochgepeitschten Begierden. Mit einer geschmeidigen Bewegung glitt der Abbé, den er noch nicht gesehen hatte, aus dem Hintergrund und stellte sich mit erhobenem Degen vor Angélique.
»Zurück, Müller«, sagte er in ruhigem Ton.
Das Auftauchen des schwächlichen Geistlichen verschlug dem Mann die Sprache. Aber er faßte sich schnell. Das Aufbrodeln seiner Leidenschaften erlaubte es ihm nicht mehr, auf die Stimme der Vernunft zu hören.
»Schert Euch weg, Abbé«, grunzte er. »Solcherlei Dinge gehen Euch nichts an. Ihr seid ein Unschuldiger. Verschwindet.«
»Laßt diese Frau in Frieden.«
»Sie gehört mir.«
»Sie gehört Gott. Entferne dich, verlasse dieses Haus. Setze das ewige Leben deiner Seele nicht aufs Spiel.«
»Genug gepredigt, Abbé. Laßt mich vorbei.«
»In Christi und der heiligen Jungfrau Namen befehle ich dir, dich zu entfernen.«
»Ich werde Euch wie eine Wanze zerquetschen.«
Ein Abglanz des halb erloschenen Feuers ließ die erhobene Degenspitze aufglänzen.
»Keinen Schritt weiter«, murmelte der Abbé, »keinen Schritt weiter, ich beschwöre dich.«
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